Leuthard will in den Bundesrat
 
CVP-Präsidentin Doris Leuthard hat heute bekannt gegeben, dass sie für die Nachfolge von Wirtschaftsminister Joseph Deiss kandidieren wird. Der Vorstand der CVP-Fraktion möchte der Bundesversammlung eine Einerkandidatur präsentieren.
 
«Ich bin überzeugt, dass ich das kann», sagte Leuthard bei der Bekanntgabe ihrer Kandidatur vor Journalisten. Nach einer turbulenten Woche habe sich am vergangenen Wochenende nach Rücksprache mit ihrem Mann entschieden, für den freien Sitz in der Landesregierung zu kandidieren. «Ich bin motiviert, mich in den Dienst des Landes zu stellen», sagte Leuthard. Sie sei überzeugt, dass es die CVP und ihre Werte im Bundesrat brauche.
 
Keine Sorgen macht sich Leuthard wegen der Vakanz an der Parteispitze, die im Fall ihrer Wahl in den Bundesrat entsteht. Die CVP stehe heute exzellent da und es gebe genügend gute Köpfe, welche das Amt antreten wollten. Sie sei überzeugt, dass sie mit einer Wahl in den Bundesrat auch ihrer Partei am besten diesen könne.
 
 
Kein Einfluss von Spekulationen über Departemente
 
Ein in den vergangenen Tagen diskutiertes Szenario, demzufolge Leuthard beim Wechsel eines der beiden SVP-Bundesräte ins Volkswirtschaftsdepartement möglicherweise das Verteidigungsdepartement übernehmen müsste, hatten nach ihren Worten keinen Einfluss auf ihren Entscheid. Bundesräte würden in ein Gremium und nicht in ein Departement gewählt, sagte Leuthard. Sie freue sich auf jede Herausforderung.
 
Der Fraktionschef der CVP, Urs Schwaller, sagte, es sei wichtig, dass die Partei mit einer starken Persönlichkeit in der Regierung vertreten sei. Gleichzeitig gab der Vorstand bekannt, dass er mit einer Einerkandidatur in die Wahlen gehen möchte. Die gesamte Fraktion der Christlichdemokraten solle geschlossen hinter einer Person stehen.
 
Meldefrist noch bis Mitte Mai 2006

Auch nach Leuthards Entscheid läuft die Meldefrist für andere Kandidaten noch bis Mitte Mai weiter. Die Fraktion der CVP wird am 19. und 20. Mai zum ersten Mal über die Wahl debattieren und voraussichtlich am 6. Juni 2006 eine Empfehlung abgeben. Die Wahl des neuen Bundesratsmitglied ist für den kommenden 14. Juni vorgesehen.

Leuthard galt seit dem überraschenden Rücktritt von Deiss als Kronfavoritin für dessen Nachfolge in der Landesregierung. Die politische Senkrechtstarterin sitzt seit 1999 im Nationalrat und steht seit dem Jahr 2004 an der Spitze der CVP.

 

Bundesrätin: Doris Leuthard

 
 
 
 

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