Papst Johannes Paul II. ist tot. 
 

 


«Der Heilige Vater ist um 21.37 Uhr an diesem Abend in seinem Privatzimmer gestorben», hiess es in einer Mitteilung von Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls. Der Papst wurde 84 Jahre alt. Seit seiner Wahl am 16. Oktober 1978 führte er fast 27 Jahre lang die katholische Weltkirche. Nur zwei Päpste waren länger im Amt als er.


Der Kämmerer des Vatikan, Eduardo Martinez Somalo, hat offiziell den Tod es Papstes festgestellt. Danach wurde Johannes Paul II. der Fischering, das Symbol der päpstlichen Macht, abgenommen.

Kurz darauf informierte Erzbischof Leonardo Sandri die Gläubigen auf dem Petersplatz. Die über 60´000 Menschen spendeten als Anerkennung für den Toten langen Applaus. Viele brachen in Tränen aus.

In Wadowice, dem Geburtsort von Johannes Paul II. sanken die in der Marienbasilika und auf ihrem Vorplatz versammelten Menschen auf die Knie, als sie die Todesnachricht hörten. In Krakau hielten mehrere 10´000 Menschen Nachtwache.

Bundesrat Schmid hat im Namen des Bundesrats und des Schweizer Volks dem Heiligen Stuhl das offizielle Beileid ausgesprochen. Mit Trauer nähmen nicht nur die Katholiken in der Schweiz und in aller Welt vom Tode des Papstes Kenntnis. Johannes Paul habe weit über die Religionsgrenzen hinaus als charismatische Persönlichkeit Weltgeschichte geschrieben.

Die Schweizer Bischofskonferenz hat mit tiefer Trauer auf die Nachricht reagiert. Die Bischöfe riefen die Kirchgemeinden auf, im Gedenken an Johannes Paul II. am Sonntag um 08.00 Uhr die Kirchenglocken zu läuten. Zudem wurde darum ersucht, die Fahnen auf Halbmast zu setzen.

Wichtige Stationen im Leben von Papst Johannes Paul II.

Papst Johannes Paul II. ist am Samstag im Vatikan gestorben. Im Folgenden die wichtigsten Daten zu seinem Leben und Werk:

- 18. Mai 1920: Karol Jozef Wojtyla wird im polnischen Wadowice als zweiter Sohn eines ehemaligen polnischen Offiziers und einer Litauerin geboren.

- 1942: Er verliert sämtliche Familienangehörige und beginnt während der Nazi-Herrschaft über Europa heimlich mit dem Priesterstudium.

- 1. November 1946: Wojtyla wird in Krakau zum Priester geweiht. Später beendet er seine Studien in Rom und kehrt nach Polen zurück.

- 28. September 1958: Er wird zum Assistenten des Krakauer Bischofs ernannt.

- 13. Januar 1964: Wojtyla wird Erzbischof von Krakau.

- 26. Juni 1967: Papst Paul VI. ernennt ihn zum Kardinal.

- 16. Oktober 1978: Wojtyla wird als Papst Johannes Paul II. das erste nicht-italienische Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche seit 455 Jahren.

- 2. bis 10. Juni 1979: Johannes Paul II. reist in sein kommunistisches Heimatland Polen. Der Besuch wird als Unterstützung für die Bürgerrechtsbewegung Solidarnosz gewertet.

- 13. Mai 1981: Ein türkischer Attentäter schiesst auf dem Petersplatz in Rom auf ihn. Eine Notoperation rettet dem Papst das Leben.

- 12. Mai 1982: Während eines Besuchs in der portugiesischen Stadt Fatima versucht ein spanischer Priester, auf Johannes Paul II. einzustechen. Der Papst bleibt bei dem Anschlag jedoch unverletzt.

- 8. bis 14. Juni 1987: Bei seinem dritten Besuch in Polen unterstützt der Papst offen die verbotene Solidarnosz.

- 1. Dezember 1989: Der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow lädt den Papst zu einem Besuch ein. Johannes Paul II. nimmt das Angebot nicht an.

- 21. April 1990: Johannes Paul II. fliegt in die Tschechoslowakei, um mit Präsident Vaclav Havel das Ende des Kommunismus zu feiern.

- 18. Oktober 1990: Auf einer Synode schliesst der Papst die Eheschliessung für Priester aus.

- 15. Juli 1992: Ihm wird ein Tumor am Darm entfernt, der die Grösse einer Orange hat.

- 31. Oktober 1992: Der Papst rehabilitiert nach 359 Jahren öffentlich den Forscher Galilei.

- 7. Dezember 1992: Der Papst bringt den neuen Katechismus der römisch-katholischen Kirche heraus - den ersten in beinahe fünf Jahrhunderten.

- 28. Dezember 1993: Der Vatikan und Israel nehmen volle diplomatische Beziehungen auf.

- 17. Oktober 1994: Sein Buch «Die Schwelle der Hoffnung überschreiten» wird zum Bestseller.

- 17. Mai 1995: Am Vorabend zu seinem 75. Geburtstag schliesst der Papst aus, zurückzutreten, wie es beispielsweise Bischöfe in diesem Alter tun müssen. Er erklärt stattdessen, er werde so lange im Amt bleiben, wie Gott es ihm erlaube.

- 25. Dezember 1995: Der Papst erkrankt schwer an einer Influenza und kann zum ersten Mal in seinem Pontifikat nicht die Weihnachtsmesse abhalten.

- 31. Oktober 1997: In einer zentralen Rede spricht der Papst von einem Versagen der Christen während des Holocausts.

- 13. Mai 2000 - Johannes Paul II. bittet öffentlich um Vergebung für die Sünden der Kirche, die an Juden, Ungläubigen, Frauen und Minderheiten begangen worden seien.

- 8. Mai 2001: In Syrien besucht er als erster Papst überhaupt eine Moschee.

- Januar bis März 2003: Der Papst spricht sich gegen den US-geführten Einmarsch in den Irak aus.

- 18. Dezember 2004: Johannes Paul II. verurteilt gleichgeschlechtliche Ehen.

- 1. Februar 2005: Der Papst wird wegen akuter Atembeschwerden in die Gemelli-Klinik in Rom eingeliefert und nach zehn Tagen wieder entlassen.

- 24. Februar 2005: Johannes Paul II. muss erneut ins Krankenhaus. In einer Notoperation wird ihm ein Tubus in den Hals eingesetzt, um ihm das Atmen zu erleichtern.

- 31. März 2005: Der Papst erleidet einen Kreislaufzusammenbruch und bekommt hohes Fieber. Er lehnt einen neuen Spitalaufenthalt ab.

Kardinal Ratzinger ist neuer Papst

Der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger ist am Dienstag zum neuen Papst gewählt worden. Ratzinger werde sich künftig Benedikt XVI. nennen, teilte der Vatikan mit.

 
 

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