Zermatt

 

Alt Bergführer Ulrich Inderbinen gestorben

 
 
 
 

 

 

 

Unter dem Titel Ich bin so alt wie das Jahrhundert erschien 1996 im Rotten Verlag in Visp die Biographie von Ulrich Inderbinen. Das Buch wurde in der Folge noch übersetzt und ist auch in französischer und englischer Sprache erhältlich

 

 


Der älteste und wohl bekannteste Schweizer Bergführer ist am Montag in Zermatt in seinem 104. Altersjahr gestorben. In die Schlagzeilen geriet der Zeit seines Lebens äusserst bescheidene Inderbinen im Sommer 1990, als er im Rahmen der 125-Jahr-Feier der Erstbesteigung des Matterhorns wenige Monate vor seinem 90. Geburtstag zum letzten Mal das Horu bestieg, am selben Tag wie alt Bundesrat Adolf Ogi. Noch im Juli 1995 bestieg er mehr als ein Dutzend Mal die beiden Viertausender Allalin und Breithorn. Bekannt war Inderbinen auch für seinen trockenen Humor.
 
         
       
         
 

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn. Psalm 121

 
 
Ulrich Inderbinen
1900
 
 

Am Montag ist unser lieber unvergesslicher Vater, Schwiegervater, Grossvater, Urgrossvater, Bruder, Schwager, Onkel, Pate und Anverwandter in seinem Heim im Beisein seiner Familie, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, sanft entschlafen. Ein langes, aktives und erfülltes Leben hat sich vollendet.

 
 
Zermatt, den 14.06.2004
Wir trauern und nehmen Abschied
Marie Inderbinen
Uli und Irene Inderbinen-Graven
Evelyne und Bernhard Graven-
Inderbinen mit Kindern Joel und Nicole
Familie Veronika und Arthur Sigrist- Inderbinen
Die Familien der verstorbenen
Geschwister
sowie Anverwandte und befreundete Familien.
 
Aufbahrung in der Friedhofskapelle, Mittwoch ab 14.00 Uhr. Das Totengebet findet am Mittwoch um 19.00 Uhr statt. im Theosaal.
Der Beerdigungsgottesdienst findet am Donnerstag, dem 17. Juni 2004 um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche von Zermatt statt.
 
 
Anstelle von Blumen und Kränzen gedenke man dem Sozialmedizinischem Zentrum Zermatt und Umgebung.
PC-19- 117 16-3
 
Der 1900 geborene Ulrich Inderbinen sei in seinem Heim im Beisein seiner Familie sanft entschlafen, heisst es in der am Dienstag im "Walliser Boten" erschienenen Todesanzeige.
Inderbinen wuchs mit acht Geschwistern auf, seine Eltern waren Bergbauern. Bereits als Fünfjähriger arbeitete er als Kuhhirt. Sein erstes Geld verdiente er mit 13 Jahren als Schafhirt, später als Bauarbeiter, Schreiner oder Elektriker.
 
Weltweite Bewunderung
Seine alpine Laufbahn begann Inderbinen 1920, als er sich die ersten Skier kaufte. 1921 erfolgte die erste Besteigung des Matterhorns, zusammen mit einer seiner Schwestern.
Die Bergführerschule absolvierte Inderbinen 1925. Der Kurs bestand aus 3 Tagen im Gelände und 5 Tagen, an denen Anstandsregeln vermittelt wurden. Genügend Arbeit als Bergführer gab es für Inderbinen aber erst ab 1960, als der touristische Aufschwung einsetzte.
Weltweit für Bewunderung sorgte Inderbinen 1990 im Rahmen des TV-Spektakels zum 125. Jahrestag der Erstbesteigung des Matterhorns, als er als 90-Jähriger das Matterhorn zum 371. Mal bestieg – mit dabei war auch Adolf Ogi, der damals noch in der Landesregierung sass.
Erst im Alter von 98 Jahren trat Inderbinen etwas kürzer, da er jetzt doch langsam älter werde, wie er gesagt hatte.
Zu seinem 100. Geburtstag widmete ihm die Gemeinde Zermatt im Jahr 2000 eine Ausstellung. "Macht mir nur kein zu grosses Theater", hatte Inderbinen im Vorfeld des Jubiläums gewarnt.
 
Positive Lebenseinstellung 
In seiner 70-jährigen Bergführer-Karriere hatte Inderbinen nur einmal wegen einer Schulterverletzung zehn Tage pausieren müssen.
"Meine gute Gesundheit habe ich meiner positiven Lebenseinstellung, der Freude an der Natur und meinem Beruf zu verdanken. Als Kind lernte ich, mit wenig zufrieden zu sein, keine Forderungen an das Leben zu stellen und immer zu arbeiten", sagte er in einer Biografie von 1996.
"Stress und Eile sind mit unbekannt. Ich lebe wie ich klettere, mit langsamen und wohl überlegten Schritten. Bei meinen Kollegen bin ich dafür bekannt, dass ich es nicht mag, anzuhalten, bevor ich mein Ziel erreicht habe", sagte er.
"Inderbinen hat immer einen ganz speziellen Schalk gehabt", sagte Miggi Biner, Präsident des Bergführervereins Zermatt. Alle Bergführer hätten sich immer sehr gefreut, wenn er bei Veranstaltungen vorbeigekommen sei.
 
Im Alter von 96 Jahren erfüllte sich der gläubige Katholik Inderbinen einen Lebenstraum: Er reiste nach Rom, um den Segen von Papst Johannes Paul II. zu empfangen.
Trotz seinem Renommee blieb Inderbinen bescheiden. Der Walliser machte nur selten Ferien und hatte auch das Meer nie gesehen. Er besass weder ein Auto noch ein Fahrrad. "Ich bin die einzige Person in Zermatt ohne Telefon", pflegte er stolz zu sagen.
     

 

 

 

 

 

 

 

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